Das Wort Yoga stammt aus dem Sanskrit (ursprüngliche Sprache der Literatur und Philosophie Indiens) und geht auf die Wortwurzel yuj zurück, welche zwei komplementäre Bedeutungen hat. Die Wortwurzel yuj bedeutet einerseits „zwei Dinge zusammenbringen“, „sich treffen“, „sich vereinigen“ und anderseits „den Geist bündeln“.

Wie aus der ersten Begriffsbestimmung hervor geht, strebt Yoga nach der Intergration aller Aspekte der Persönlichkeit. Dazu gehören: Körper, Geist und Seele. In diesem Sinne könnte man Yoga auch mit “Vereinigung mit Gott” übersetzen. Gott wird dabei als Brahman oder Atman verstanden, „The one and the only Supreme Reality beyond which there is nothing“, also die höchste, göttliche Gegenwertigkeit oder das absolut höchste Bewusstsein. Im Sinne der zweiten Wortbedeutung („den Geist bündeln“) und nach dem indischen Gelehrten Patanjali meint Yoga die Fähigkeit, den Geist ausschließlich auf ein Objekt auszurichten und diese Ausrichtung ohne jede Ablenkung aufrechtzuerhalten.

Einen Ausweg aus den scheinbar unterschiedlichen Bedeutungen liefert die Yoga Kosa: „Yoga is the science and art of accelerating the progress towards liberation (self-realization), and the various ways and means adopted by the indian yogis to achieve this end“. Selbstverwirklichung meint dabei, Einsicht in eine gesamtheitliche Wirklichkeit durch einen Seinszustand ohne Störung im Geiste zu erlangen. Durch diese Definition wird klar, dass es nicht den einen Yoga, sondern unterschiedliche Yogawege gibt, die ihrerseits alle das gleiche Ziel, die Selbstverwirklichung, verfolgen.

YOGA = Selbsterfahrung

Allgemein kann man unter Yoga das Streben nach der erlösenden Erkenntnis durch systematische Schulung des Körpers und Geistes, durch unmittelbares Schauen und Erleben, verstehen. Selbsterfahrung ist der Weg und das Ziel. Yoga ist daher keine Lehre, sondern eine Methode, und kann als solche mit verschiedensten Lehren in Verbindung treten. Yoga ist an kein religiöses Glaubenssystem gebunden. Beschrieben, gelehrt, modifiziert werden im Yoga nicht Glaubensinhalte, sondern Methoden, die auf einer subtilen Kenntnis unserer körperlichen und psychischen Funktionsweise beruhen. Gerade weil dieses Erfahrungswissen keine Glaubensinhalte zur Voraussetzung hat, kann man unabhängig von der eigenen Weltsicht von der Yoga-Praxis profitieren.