ÜBER YOGA 2018-04-04T21:20:18+00:00

Das Wort „Yoga“ stammt aus dem Sanskrit und geht auf die Wortwurzel yuj zurück.

Die Wortwurzel yuj bedeutet einerseits „zwei Dinge zusammenbringen“, „sich vereinigen“ und anderseits „den Geist bündeln“. Wie aus der ersten Begriffsbestimmung hervor geht, strebt der Yoga nach der Integration aller Persönlichkeitsaspekte. Dazu gehören Körper, Geist und Seele. Alle diese Aspekte haben eine Beziehung zueinander und stehen in Wechselwirkung. Yoga versucht einen harmonischen Ausgleich zwischen diesen Aspekten herzustellen und ein Gefühl der Gesamtheit zu bewirken. Weiters kann der Yoga als eine Wissenschaft des Geistes verstanden werden, dessen Übungen Hilfsmittel darstellen um den Geist zu klären, zu transformieren und zu verändern.

„…true yoga was always aimed at recognizing us as that which is eternal, infinite, and unchangeable.”
Gregor Maehle

Der heute verbreitete Yoga unterscheidet sich vom traditionellen Yoga vor allem hinsichtlich der Motivation der Übenden. Das ursprüngliche Motiv war geistig-spiritueller Natur, welches das Streben nach vollständiger geistiger Wachheit umfasst, während heute das Interesse an Yoga vor allem der Stressbewältigung, Beschwerdenreduktion und Gesundheitsförderung gilt.

Ashtanga Yoga

Der achtgliedrige Yogapfad nach Patanjali

Aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet „Ashta“ acht und „Anga“ Glied. Ashtanga Yoga kann somit als der achtgliedrige Yogapfad verstanden werden. Der Ashtanga Yoga wurde vom indischen Gelehrten Patanjali im zweiten Teil des Textes Yoga Sutren beschrieben. Dieser auf 195 Sanskrit-Versen aufbauende Text ist in vier Teile gegliedert und kann als Leitfaden des Yoga verstanden werden. Die 195 Yogasutren erklären die zentralen Begriffe und die Methoden um das Ziel des Yoga, die Erkenntnis des Selbst durch zur Ruhe Bringung des Geistes, zu erreichen.

„Yogas citta vritti nirodah.“

Sutra 1.2

Patanjali betont dabei zwei zentrale Begriffe, welche die Hauptmittel zur Erreichung des Yogaziels darstellen: Abhyasa meint die regelmäßige Yoga Praxis und Vairaghya impliziert die Kultivierung einer inneren Distanz oder Losgelöstheit.

Die acht Glieder des Ashtanga Yoga

Zu den acht Gliedern des Ashtanga Yoga gehören Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.

 

Yama wird in fünf moralische Prinzipien unterteilt, die darauf hinweisen wie Individuen mit anderen Menschen, Lebewesen und der Umwelt interagieren sollen, damit sie ein erfülltes und harmonisches Leben führen können. Dazu gehören: Ahimsa (Gewaltlosigkeit), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nicht-Stehlen), Brahmacharya (Mäßigung) und Aparigraha (Nicht-Besitzen-Wollen).

Bei den fünf Niyamas (persönliches Verhalten) stehen das Erlangen von Zufriedenheit (Santosha), die innere und äußere Reinheit (Sauca), Disziplin (Tapas), theroretischen und praktisches Selbststudium (Svadhyaya) sowie die spirituelle Entfaltung (Isvara Pranidhana) im Vordergrund.

Zum dritten Glied gehören Asana (Körperhaltungen). Durch das Ausüben von spezifischen Körperstellungen ist der Übende in der Lage Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Beständigkeit des Geistes aufzubauen. Ist das Sitzen für eine bestimmte Zeit ohne Entstehung von Unbehagen möglich, so kann der Übende mit der Ausübung des vierten Glieds Pranayama (Atemverlängerung) und des fünften Glieds Pratyahara (Zurückziehen der Sinne zur Steigerung der inneren Wahrnehmung) beginnen. Pratyahara stellt unter den acht Gliedern eine Sonderstellung dar, indem es die Brücke zwischen der äußeren Welt und der inneren Welt schlägt. Durch Pratyahara beginnen wir unsere Sinne nach innen zu lenken, beispielsweise durch Atembeobachtung. Im Versuch unsere Konzentration auf einen Punkt, auf ein Objekt zu richten, beginnen wir mit dem üben von Meditation. Erst wenn wir in der Lage sind, trotz auftretender Gedanken, Empfindungen und Geräusche unsere Wahrnehmung nach innen zu lenken, können wir einen tiefen Konzentrationszustand, deren unterschiedliche Intensitäten in den Gliedern Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Glückseligkeit) beschrieben sind, erlangen.

Die Verbindung des fünften, sechsten und siebten Gliedes (Pratyahara, Dharana und Dhyana) bewirkt einen Zustand tiefer Meditation, in welchem Gedanken aufhören zu existieren. Der Höhepunkt aller acht Glieder ist die Erlangung des Samadhi, der vollständigen geistigen Wachheit, die höchste, göttliche Gegenwertigkeit, das absolut höchste Bewusstsein.

Ashtanga Vinyasa Yoga

In der Literatur wird Ashtanga Vinyasa Yoga oft auch als Ashtanga Yoga geführt und es scheint als ob die Namensgleichheit mit Patanjalis Ashtanga Yoga gewollt gewählt wurde. Gregor Maehle schreibt diesbezüglich:

„I asked the Ashtanga master K. Pattabhi Jois about the Vinyasa method: ‘This is Patanjali Yoga’ he pointed out … Yoga Sutra and the vinyasa method are really only two sides of the same coin“.

Im Ashtanga Vinyasa Yoga – einem dynamischen und körperlich intensiven Hatha Yogastil – sind ausgewählte Asanas zu sechs festgelegten aufeinander aufbauenden Übungsserien zusammengefasst, die sich hinsichtlich erforderter Kraft, Flexibilität und Ausdauer unterscheiden. Das Besondere an dieser Yogarichtung ist die Synchronisation von Atem und Bewegung, dabei initiiert der Atem harmonisch das Hineingehen in ein Asana und das Rausgehen aus dem Asana. Diese fliessende Verbindung der einzelnen Stellungen zu einem Ganzen macht Meditation in Bewegung erlebbar und lässt uns bei regelmäßiger Praxis einen Zustand tiefer Konzentration und Zeitlosigkeit erfahren.

Tirumalai Krishnamacharya gilt als der bedeutende Lehrer des Ashtanga Vinyasa Yoga. Einer seiner wichtigsten und langjährigen Schüler war Sri. K. Pattabhi Jois, der Ashtanga Yoga für westliche Schüler geöffnet und mit unermüdlicher Hingabe bis zu seinem Tod (Mai 2009) die Lehren dieses Systems im Ashtanga Yoga Institute (KPJAYI) in der Südindischen Stadt Mysore weitergegeben hat. Seine Tochter Saraswathi, sein Sohn Manju und sein langjähriger Schüler und Enkel Sharath führen die Ashtanga-Tradition in nächster Generation mit  großer Hingabe weiter.

Schlüsselmerkmale des Ashtanga Vinyasa Yoga

Das Grundprinzip der Ashtanga Vinyasa Yoga Praxis besteht aus der kombinierten Anwendung einer tiefen und konstanten Ujjayi Atmung, muskulärer Körperverschlüsse (Bandhas), der ruhigen Ausrichtung des Blicks (Drishti) und der Verbindung von Atem und Bewegung beim Vinyasa. Die Verknüpfung der ersten drei genannten Techniken nennt man Yoga Tristana.

Ujjayi

Die kraftvolle Ujjayi (siegreiche Atmung) erfolgt durch die Nase und erzeugt Hitze im Körper. Durch die Verengung der Stimmritze werden Einatmung und Ausatmung kontrolliert, bewusst verlangsamt und verlängert. Aufgrund der Luftreibung entsteht ein sanftes Rauschen im Rachenraum. Die Reibung ist subtil, sanft, ohne ein Kratzen hervorzurufen.

Bandhas

Bandhas sind muskuläre Energieverschlüsse. Sie bewirken, dass Energie im Körper komprimiert und gehalten werden kann. Man unterscheidet zwischen drei Bandhas: Mula, Uddiyana und Jalandhara Bandha. Jalandhara Bandha (Kinnverschluss) wird während Kumbhaka, der Atempause im Pranayama, ausgeführt und kommt im Ashtanga Vinysa Yoga  nur selten in abegschwächter Form vor. Der Ansatz des Uddiyana Bandha („hochfliegender Verschluss“) und Mula Bandha (Wurzelverschluss) werden hingegen in jedem Asana bewußt aktiviert. Die subtile Kontraktion dieser Muskelgruppen stabilisiert den unteren Rücken, hilft dabei Kraft aufzubauen, verleiht die notwendige Körperspannung und Körperkontrolle, so dass auch herausfordernde Übungen gemeistert werden können und vermittelt beim Üben ein Gefühl von Leichtigkeit.

Drishtis

Drishtis sind sogenannte Blick- bzw. Konzentrationspunkte. Sie beziehen sich auf die Richtung, in welche der Praktizierende während jeder Haltung blickt. Es werden insgesamt neun verschiedene Drishtis unterschieden: Nasagrai (Nasenspitze), Broomadhya (zw. den Augenbrauen), Nabi Chakra (Nabel), Hastagrai (Hand), Padhayoragrai (Zehen), Parshva (rechte oder linke Seite), Angushta Ma Dyai (Daumen) und Urdvha (nach oben). Drishtis unterstützen den Übenden, in jedem Asana die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken und nicht mit den Augen bzw. den Gedanken abzuschweifen. Darüber hinaus helfen sie die Konzentration und das Gleichgewicht zu halten.

Vinyasa Konzept

Unter Vinyasa werden zum einen atemsynchrone Bewegungsabfolgen verstanden, welche die einzelnen Körperhaltungen miteinander verbinden. Die Bezeichnung Vinyasa leitet sich aus dem Sanskritwort „nyasa“ und der Vorsilbe „vi“ ab. Das Sanskritwort „nyasa“ heißt übersetzt „platzieren“ und die Vorsilbe „vi“ auf eine „besondere Weise“. In diesem Sinn werden die Bewegungen des Körpers den Bewegungen des Atems auf „besondere Weise“ angepasst.

„Oh Yogi, don´t practice asana without vinyasa.“

Rishi Vamana

Die Serien des Ashtanga Vinyasa Yoga

Ashtanga Vinyasa Yoga ist in Serien aufgebaut. Jede Serie besteht aus einer festgelegten Abfolge von Asanas und hat ihren eigenen Schwerpunkt. In der Primary Series, Yoga Chikitsa (Yogatherapie) genannt, liegt das Augenmerk auf Vorwärtsbeugen, hüftöffnenden Übungen und Vinyasas. Dabei stehen die Entgiftung, der Aufbau von Kraft und Beweglichkeit sowie die korrekte Ausrichtung des Körpers im Mittelpunkt. Die Intermediate Series, auch Nadi Shodhana (Reinigung der Nadis/Nerven) genannt, geht eine Ebene tiefer und beeinflusst durch eine Vielzahl an Rückwärtsbeugen stärker das Nervensystem. Dabei wird die Wirbelsäule gestärkt und ihre Flexibilität gesteigert. Die Advanced Series A, B, C, D (Sthira Bhagah Samapta) erfordern ein noch höheres Maß an Flexibilität, Kraft und Demut.

Traditionell beginnt der Übende mit den Asanas der Primary Series, welche die Basis für alle weiteren Serien bildet. Hat er die Stellungen der ersten Serie gelernt, so bekommt der Schüler vom Lehrer einzelne Asanas der Intermediate Series dazu. Wenn der Schüler die Absicht dieser Asanas verstanden hat, genügend Kraft, Ausdauer und innere Stärke aufgebaut hat, ist er bereit die Intermediate Series alleine zu üben. Dieser Vorgang wiederholt sich bei allen anderen Serien.

Yoga & Gesundheit

In den alten indischen Schriften wie den Upanishaden, dem Epos Bhagavadgita oder den Yoga Sutren des Patanjali ist Gesundheit ein zentrales Thema. Gesundheit wird als Wirkung der Yogapraxis dargestellt und zugleich als Prozessgröße verstanden.

Das Gesundheitsverständnis im Yoga entspricht somit der heutigen prozessorientierten Gesundheitssichtweise, in der Gesundheit als Prozess im Kontinuum zwischen Wohlbefinden (Gesundheit) und Missempfinden (Krankheit) gesehen wird (vgl. Konzept der Salutogenese von A. Antonovsky).

Folgt man dem indischen Denken ist die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz und das Bewußtwerden der Zeitlichkeit die Ursache für Leid verursachende Verstrickungen mit der Welt. Nach Patanjali kleshas und antarayas genannt, handelt es sich um spezifisch Verhaltensweisen, die zwar der Natur des Geistes entsprechen, aber zu unbewussten Spannungen führen und sich in psychosomatischen Störungen und Krankheit manifestieren können. Die Yogamethoden (Yama, Niyama, Asana, Pranayama und Meditation) wurden dazu entwickelt genau diesen Ungleichgewichten entgegenzuwirken, sie zu erkennen und zu meistern.

Wirkung von Yoga

Eine regelmäßige Yogapraxis (die Körperübungen, Atemübungen, Reinigungstechniken, Mediationsformen sowie ethisches Verhalten mit einschließt  (Ashtanga Yoga) führt zu körperlicher Stärke und emotionaler Widerstandskraft.

  • Yoga reduziert Stress und erhöht die Stressresistenz,
  • führt zu einer gelasseneren Einstellung und positivem Selbstbild,
  • hilft Bewertungsmuster zu ändern,
  • hilft negative soziale Strukturen aufzudecken und
  • vermindert die Toleranz gegenüber schädlichen Lebensbedingungen und -verhalten.
  • Yoga bietet regelmäßige Bewegung und Entspannung,
  • hat eine bewusste, verantwortliche und maßvolle Lebensführung, Lust auf gesunde Ernährung und maßvollen Umgang mit Genussmitteln zur Folge.

Die Lebendigkeit die man nach der Yogapraxis empfindet, macht Gesundheit als verbessertes Wohlbefinden erlebbar.

Yoga Geschichte

Einen geschichtlichen Überblick des Yoga erhält man am besten unter Berücksichtigung der indischen Philosophie, da Yoga tief mit der indischen Kultur und Tradition verwurzelt ist.

1800

Moderne Periode (ab 1800 n. Chr.)

Der heute verbreitete Yoga unterscheidet sich vom traditionellen Yoga vor allem hinsichtlich der Motivation der Übenden. Im traditionellen Sinn war das Ziel des Yoga und die Motivation es zu praktizieren die Selbstbestimmung, die spirituelle Befreiung und die vollständige geistige Wachheit des Menschen. Nur wenige Menschen folgten diesem Weg.

Heute wird Yoga hauptsächlich im Interesse der Gesundheit geübt. Die Begleiterscheinung der Hatha-Yogapraxis, wie physische und psychische Gesundung, steht im Mittelpunkt der Motivation der Übenden. Wie aus dem kurzen geschichtlichen Überblick ersichtlich, ist Patanjalis Asthanga Yoga die Basis für heutige Yogaarten.

0300

Mittelalterliche Periode (200 n. Chr. – 1800 n. Chr.)

Aus der heutigen Betrachtung zeigt sich, dass Patanjalis achtgliedriger Pfad immer das Kernstück, die methodische Basis für alle folgenden Yogavarianten darstellt. Als Yogavarianten seien genannt:

  • Hatha-Yoga – Körper und Atem
  • Mantra-Yoga – Rezitation von Silben und Klängen
  • Yantra-Yoga – Meditation auf Bilder und Symbole
  • Laya-Yoga – Willenskraft

Die wichtigsten mittelalterlichen Texte wie Hatha-Pradipika, Gheranda-Samhita und Shiva-Samhita beziehen sich auf die körperorientierte Methode des Hatha-Yoga. In der Literatur ist man aber allgemein der Auffassung, dass die darin beschriebenen Praktiken schon von alters her bekannt waren, da sie selbst in Indien des vedischen Zeitalters bekannt waren.

0250

Sutra Periode (200 v. Chr. – 200 n. Chr.)

Patanjali’s Yogasutren läuten die Sutra Periode und damit die klassische Yogatradition ein. Der wissenschaftlich nicht klar einzuordnende Autor fasst mit diesem, in kurzen Lehrsprüchen geschriebenem Buch, die aus der Vergangenheit bekannten Yogalehren erstmalig zusammen. In 16 der 195 Sutren beschreibt Patanjali den achtgliedrigen Yogaweg, bezeichnet als Ashtanga Yoga.

0200

Epische Periode (600 – 200 v. Chr.)

Die Samkya Lehre, auch als Sankya, Sankhya oder Samkhya bezeichnet, ist das älteste philosophische hinduistische System. Es wird dem sagenhaften Seher Kapila zugeschrieben, wobei die älteste schriftliche Quelle die Sankyakarika des Ishvrakrishna ist. Das Samkya System gilt als ontologische Basis für das System des Yoga. Samkya ist eine Lehre der Zweiheit. Die zwei Grundprinzipien sind purusha (die Individualseele, das Selbst – der unveränderliche Wesenskern des Menschen) und prakriti (die materielle Erscheinungswelt, dazu gehören auch psychische Funktionen wir z.B. der Geist). Die Form der prakriti entscheidet sich nach den drei gunas (Eigenschaften), sattva (ausgeglichen), rajas (aktiv), tamas (schwer). Samkya ist atheistisch, es gibt keinen Schöpfergott oder Schöpferakt, die Welt wird nicht erschaffen. Es handelt sich um die Entwicklung von etwas, das schon immer existiert hat.

Das Epos Bhagavadgita ist das bekannteste Zeugnis der epischen Literatur Indiens. Die Gita umfasst im Wesentlichen drei Hauptwege des Yoga:

  • Karma-Yoga – der Weg des absichtslosen, selbstlosen Handelns
  • Bhakti-Yoga – der Weg der verehrenden Hingabe an Gott
  • Jnana-Yoga – der Weg der Erkenntnis durch Studium und Meditation

Die Bhagavadgita ist Teil des Mahabharata („das große Epos vom Kampf der Nachkommen des Königshauses Bharata“), dies ist die längste Dichtung der Weltliteratur. Als Verfasser gilt der mythische Dichterweise Vyasa.

0150

Upanishadische Periode (800 – 600 v. Chr.)

Die Upanishaden sind philosophische Kommentare zu den Veden. Sie werden auch als Vedanta, Ende des Veda, bezeichnet. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ist “das Sitzen des Schülers zu Füßen des Lehrers”. Mit den Upanishaden endet auch das Wissen aus unmittelbar göttlichem, offenbartem Wissen (shruti). Alles was später kommt, gilt als smriti, das von Menschen interpretierte Wissen. Die Upanishaden stellen die Basis des Yoga dar. Die Grundlehre besteht in der These von der Identität der Weltseele (Brahman) und der Individualseele (Atman). Brahman wird im Vedanta als Schöpfergott gesehen. Auch die Lehren (die im Yoga von zentraler Bedeutung sind) von Karma – Tatenvergeltung, Samsara – dem Kreislauf der Wiedergeburten und Moksha – die Idee der persönlichen Befreiung nehmen endgültig Gestalt an.

Vedische Periode (1500 – 800 v. Chr.)

Die Veden sind die ältesten überlieferten Textdokumente und gelten auch heute noch als göttliches Wissen. Da sie mündlich von Lehrer zu Schüler überliefert wurden, ist ihre Niederschrift häufig nicht mit dem Entstehungszeitraum identisch. Die Veden sind in unterschiedliche Sektionen gegleiderr und beinhalten Hymnen hauptsächlich an Götter, priesterlichen Gesang, Opfersprüche, Zaubersprüche und waren teilweise geheimen Charakters. In den Veden finden sich bereits unterschiedliche Spuren yogischer Techniken, oftmals mit unterschiedlicher Bezeichnung.

0100

Prävedische Periode (3000 – 1500 v. Chr.)

Die ersten yogischen Bildnisse auf Steinsiegeln fand man bei Ausgrabungen in Harappa und Mohenjo Daro. Zu dieser Zeit herrschten naturreligiöse Vorstellungen und die Natur wurde als Gottheit verehrt.